Auf der Jagd nach den Spuren des Bärlauchs

Direkt vorneweg, damit ihr mich nicht für bekloppt haltet… Ja, ich weiß, dass man den Bärlauch im Frühjahr zwischen April und Mai erntet. Vor der Blütezeit, da die Blätter danach an Aroma verlieren. Jetzt hat aber bereits der August die meisten seiner Tage hinter sich gelassen und ich sitze an einer meiner Lieblingsstellen im Wald und schaue auf den gegenüberliegenden Rosenberg in Lennestadt-Bilstein…

Blick auf den Rosenberg in Lennestadt-Bilstein vom gegenüberliegenden Askay

Bei dem Rosenberg handelt es sich seit 2011 um ein 136 Hektar großes Naturschutzgebiet in dem bereits seit 1976 in einer 14,7 Hektar großen Naturwaldzelle keine Nutzungen mehr stattgefunden haben. 2013 wurden in diesem Gebiet weitere 44,5 Hektar als Wildniswald ausgewiesen und ebenfalls ganz aus der Nutzung genommen. Man findet dort neben artenarmem Hainsimsen-Buchenwald auch Waldgesellschaften mit höherem Anspruch. Wie beispielsweise den Flattergras-Hainsimsen-Buchenwald oder den Waldmeister-Buchenwald.

Aber nun erst mal der Reihe nach… Ich schaue so auf den gegenüberliegenden Rosenberg und erinnere mich daran, dass es direkt am Rundweg, der um den Rosenberg führt, ein größeres Bärlauchvorkommen gibt… Bärlauchsammler unter Euch können sich direkt wieder entspannen, da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, ist das Verlassen des Weges verboten. Bärlauchsammeln geht daher nicht. Aber das Vorkommen reicht bis an den Weg heran, so dass ein wenig legales Naschen schon möglich ist. Mir stellt sich beim Blick auf den Rosenberg auf einmal die Frage…„Wie sieht das Bärlauchvorkommen im August denn eigentlich aus?“

Nun könnte ich dank Smartphone und Überall-Internet natürlich online recherchieren. Mach ich aber nicht. Sondern ich mach mich auf den Weg dorthin… Das schau ich mir einfach selbst an! Die Jagd nach den Spuren des Bärlauchs beginnt…

Blick auf die Jugendherberge Burg Bilstein

An der Burg Bilstein, eine der beliebtesten Jugendherbergen in Nordrhein-Westfalen geht der Rundweg A22 um den Rosenberg ab ins Naturschutzgebiet.

Rundweg A22 ins Naturschutzgebiet

Das sieht nicht nur auf dem Foto so aus, als wenn es steil nach oben geht. Auch wenn die Runde mit nur 5,1 km zu Buche schlägt… es geht erstmal nach oben! Aber es gibt auf halber Strecke bergaufwärts eine Sitzgelegenheit für diejenigen, die kurz Verschnaufen mögen…

Landesbetrieb Wald und Holz Regionalforstamt Kurkölnisches Sauerland Revier Einsiedelei

…und weiter nach oben…

Rundweg A22 bergaufwärts

Bei Buchen handelt es sich übrigens um Peridermbäume. Das erste Korkgewebe bleibt dauerhaft erhalten und sie bilden keine Borke. Daher bleibt auch diese „Inschrift“ dauerhaft erhalten, die der Baum vermutlich bereits vor der Unterschutzstellung bekommen hat…

Buchen sind Peridermbäume. Hier ist etwas in die Rinde geschnitzt.

Auf dem Berg angekommen, findet man dann noch eine Schutzhütte vor. Diese lasse ich allerdings links liegen… bzw. eigentlich rechts liegen… denn mein Ziel ist die Stelle mit dem Bärlauchvorkommen und eine Pause brauche ich nicht…

Schutzhütte auf dem Rosenberg mit Wegweiser

…an Naturwald vorbei…

Naturwaldzelle auf dem Rosenberg

…und dann das Quellgebiet am Nordhang erreicht. An diesem Bachtal befindet sich das Bärlauchvorkommen. Mit einem Blick in das klare Quellwasser habe ich einen „Einwohner“ gesehen. Das könnte ein Bergmolch sein. Sicher bin ich mir aber nicht… und stören möchte ich ihn auch nicht…

Molch im Quellwasser am Nordhang des Rosenbergs

Von Bärlauch allerdings keine Spur…

Stelle an der sich das Bärlauchvorkommen befindet

Bei dem vielen leuchtenden Grün handelt es sich um den Waldmeister, der hier auch sehr gut vertreten ist. Ich hatte schon vermutet, dass man zu dieser Jahreszeit keinen Bärlauch sehen kann, irgendwie hatte ich aber damit gerechnet, vielleicht vertrocknete Blätter zu sehen. Fehlanzeige. Wenn man nicht weiß, dass der Bärlauch hier wohnt, kann man es auch nicht erkennen. Graben wollte ich hier natürlich nicht. Ist ein Naturschutzgebiet, ich erwähnte es bereits. Aber meine „Mission“ war insofern erfolgreich, dass ich nun selbst gesehen habe, dass sich der Bärlauch zum Überwintern vollständig „in die Erde zurückzieht“.

Waldmeister

Auf der weiteren Tour zum Ausgangspunkt, konnte ich noch am Rande der Naturschutzgebietes ein paar „menschliche“ Spuren entdecken…

Überreste von Shelter

…bevor ich wieder an meinem Ausgangspunkt der Burg Bilstein angelangt bin.

Blick auf die Burg Bilstein

Mission erfolgreich! Eine gelungene kleine Waldrunde. Auch ohne Spuren des Bärlauchs.

Bleibt gesund!

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