Roter Fingerhut – tödlich giftig!

Heute erzähle ich Dir über eine Pflanze, die Du garantiert schon ganz häufig gesehen hast und kennst. Falls Du Sie noch nicht kennst, dann solltest Du auf jeden Fall weiter lesen. Denn der Rote Fingerhut (Digitalis Purpurea) ist tödlich giftig!

Roter Fingerhut (ganze Pflanze). Digitalis Purpurea. Tödlich giftig.

Der Fingerhut sieht schön aus!

Ungefähr von Juni bis August kannst Du ihn häufig blühen sehen, den roten Fingerhut (Digitalis Purpurea). Er ist circa 80 bis 150 Zentimeter groß und eigentlich sehr anspruchslos. Du findest ihn häufig auf eher sauren Böden. Daher kannst Du ihn am Wegesrand von Nadelwäldern und auf den vielen abgeholzten Borkenkäfer-Kalamitätsflächen, auf denen vormals Fichten standen, sehen. Durchaus ein schöner Anblick!

Der Fingerhut ist tödlich giftig!

Bereits der Verzehr von zwei bis drei Blättern der Pflanze können einen Erwachsenen das Leben kosten. Der Fingerhut enthält unterschiedliche Gifte. Darunter verschiedene stark giftige Glykoside (Digitoxin, Gitaloxin und Gitoxin) und das giftige Saponin Digitonin. Die Pflanze ist in allen Teilen tödlich giftig. Die Konzentration des Giftes in den Blättern ist am höchsten.

Durch das markante äußere Aussehen wirst Du den den Fingerhut so schnell nicht mit anderen Pflanzen verwechseln. Zumindest in der Blütezeit. Die größere Gefahr geht daher von den Blättern des Fingerhutes aus. Insbesondere zu den Zeiten zu denen er nicht blüht. Also beispielsweise bei noch jungen Pflanzen. Auch wenn die Inhaltsstoffe sehr bitter sind und daher ein zufälliger Genuss eher ausgeschlossen ist, solltest Du Dir das Aussehen der Blätter sicherheitshalber einprägen.

Detailblick auf die Blätter einer Digitalis Purpurea. Tödlich giftig.

Und? Hast Du Dir das Aussehen eingeprägt?

Dann teste Dich jetzt mal! Ich zeige Dir hier jetzt zwei Blätter von zwei Pflanzen die bei meiner letzten kleinen Wanderung am vergangenen Wochenende am Wegesrand direkt nebeneinander standen. Das eine Blatt ist vom Roten Fingerhut, das andere Blatt vom ungiftigen Blut-Ampfer, dessen junge Blätter (mit mildem Aroma) Du roh oder gekocht essen könntest:

Vergleich von zwei Blättern. Blut-Ampfer (Rumex Sanguineus) und Roter Fingerhut (Digitalis Purpurea)

Falls Du Dir jetzt spontan unsicher warst (…und das ist nicht tragisch!), dann merke Dir: Iss nichts, was Du nicht wirklich eindeutig bestimmen kannst. Das gilt nicht nur bei Pilzen!

Digitalis Purpurea – Die Dosis macht das Gift

Falls Du mit dem Namen „Digitalis“ ein Medikament in Verbindung bringst. Ja, das ist richtig. Es handelt sich um ein bekanntes Medikament gegen Herzinsuffizienz bei dem die Fingerhut-Glykoside Digoxin und Digitoxin wirken. Selbst dosieren ist aber schlicht unmöglich. Denn zu wenig dosiert, dann wirkt es nicht. Zu viel dosiert, dann ist es tödlich 😉

Manchmal kannst Du an der Pflanze Blattläuse sehen, die sich von dem gehaltvollen Zellsaft des Fingerhutes ernähren. Ihnen macht das Gift augenscheinlich nichts. Auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind gegen das Gift immun. Andere Tiere siehst Du dort aber eher nicht.

Blattläuse am Stängel. Digitalis Pupurea.

Vergiftung mit Fingerhut – Sofortmaßnahmen!

Falls es doch passieren sollte und es durch den Verzehr des Fingerhutes (z.B. Kleinkind steckt sich Pflanzenteile in den Mund!) zu einer Vergiftung kommt, dann solltest Du:

  • Notruf absetzen („112 wählen“)
  • Versuchen zu Erbrechen („Finger in den Hals stecken“)
  • Zufuhr von möglichst viel Flüssigkeit („trinken, trinken und trinken“)
  • Sofern vorhanden: Aktivkohle einnehmen

Viel Freude draußen!

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