Flaschenstäubling

Heute zeige ich Dir mal wieder einen coolen Pilz. Wenn Du draußen im Wald unterwegs bist, hast Du ihn bestimmt schon einmal in natura gesehen… Einen Flaschenstäubling (Lycoperdon perlatum, syn. L. gemmatum) !

Einzelner Flaschenstäubling auf dem Boden im Nadelwald

Ist der Flaschenstäubling ein Bauchpilz? Nein!

Für eine lange Zeit wurde der Flaschenstäubling zu den Bauchpilzen gezählt. In meinem Pilzbestimmungsbuch aus dem Jahr 2001 ist er auch noch dieser Gruppe zugeordnet. Nach neueren phylogenetischen Erkenntnissen ist der Flaschenstäubling aber mittlerweile den Champignonverwandten zugehörig.

Flaschenstäubling mit gut sichtbaren spitzen Warzen im Moos

Er sieht ein wenig aus wie eine umgedrehte Flasche, oder auch birnenförmig. An der Oberfläche befinden sich kleine Warzen oder Stacheln, die man leicht mit den Fingern vom Pilz abwischen kann. Jung ist der Pilz weiß. Später wird er dann graubraun.

Hierzulande ist er weit verbreitet und steht von Juni bis November in Laub- und Nadelwäldern. Häufig ist er auch büschelig zu sehen.

Gruppe von Flaschenstäublingen die büschelig beieinander stehen

Ist der Flaschenstäubling ein Pilz für den Bauch? Ja!

Auch wenn das äußere Erscheinungsbild des Pilzes nicht für jeden direkt appetitlich aussieht… Du kannst ihn essen! Essbar ist der Flaschenstäubling in „unreifem“ Zustand, also solange das Innere des Pilzes weiß und fest ist. Am besten ohne die körnige Außenhaut.

Dies ist in der Regel auch bei anderen Stäublingen so, wie beispielsweise dem Birnenstäubling. Falls Du ihn mal verwechseln solltest, ist das somit nicht gefährlich. Aber: Esse immer nur Pilze, die Du einwandfrei bestimmen kannst! Siehst Du einen Stäubling direkt auf Holz wachsen, dann wird es sich nicht um den Flaschenstäubling, sondern den Birnenstäubling handeln.

Du solltest einen solchen kugeligen Pilz immer aufschneiden, denn ein junger und giftiger(!) Knollenblätterpilz kann von außen ähnlich aussehen. Im Inneren siehst Du beim Knollenblätterpilz aber einen Ansatz von Lamellen. Dann Finger weg! Ist das Innere durchgängig schneeweiß und keine Lamellen sichtbar, dann ist alles gut.

Du kannst den Pilz auch direkt im Wald probieren, denn er ist auch roh in ungebratenem Zustand essbar. Viele andere Pilze müssen im Gegensatz zum Flaschenstäubling zunächst erhitzt werden, damit sie bekömmlich werden. Der Geschmack erinnert stark an den von Champignons… er gehört ja auch mittlerweile zur Gruppe der Champignonverwandten 😉

Und warum ist das jetzt ein „cooler“ Pilz?

Auch wenn Du den Pilz gar nicht essen möchtest, kann er viel Spaß machen. Wenn Du kleine Kinder hast, dann werden sie ihn bestimmt auch mögen. Denn die Fruchtmasse im Inneren des Pilzes zerfällt, wenn er älter wird, zu olivbraunem und feinem Sporenpulver. Du siehst dann an der Oberseite des Pilzkörpers ein Loch.

Durch dieses Loch entweichen die Sporen bei Wind und werden davon geweht. Und das Coole ist, dass Du dabei nachhelfen kannst! Einfach drauftreten! Das macht nicht nur kleinen Kindern Spaß 😉

Viel Freude draußen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.