Furcht und Schrecken im Wald – Mein gruseligstes Erlebnis

Gestern bin ich auf einer kleinen Wanderung mit Freunden gefragt worden, ob ich denn keine Angst im Wald hätte. Ich wäre ja häufig auch bei Dunkelheit dort unterwegs . Und eine Übernachtung im Wald in der Hängematte sei doch bestimmt auch gruselig und gefährlich – bei den ganzen wilden Tieren

dunkler Wald zum Sonnenuntergang

Gegruselt habe ich mich im Wald aber eigentlich noch nie. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich es einfach gewohnt bin. Aufgewachsen „auf dem Land“ und bereits als Kind mit meinen Freunden viel im Wald gespielt. Auch heute wohne ich mit meiner Familie direkt am Waldrand.

Angst zu haben, das ist eine Schutzfunktion des Körpers um vor drohenden Risiken zu warnen. Diese Funktion merke ich, sobald ich auf einem hohen Turm stehe und hinunterschaue – Dann sagt mir mein Körper augenscheinlich jedesmal „Du wirst stürzen! Du wirst stürzen!“ und instinktiv halte ich mich mit meiner Höhenangst am Geländer krampfhaft fest. Dabei weiß ich ja rein rational, dass das nicht passieren wird. Aber meine Hände sind nass. 😉

Aber im Wald fühle ich mich wohl und mein Körper „sieht“ keine Risiken. Dies ist vermutlich bei jedem auch ein wenig anders. Rein rational betrachtet, gibt es aber auch wirklich keine wirkliche Gefahr. Außer halt den „waldtypischen“, die man schon in Kauf nimmt, sobald man den Wald für einen Spaziergang betritt. Ein Ast könnte einem beispielsweise auf den Kopf fallen. Und sonst? Wilde Tiere? Nein. Das gefährlichste Tier ist wahrscheinlich die Zecke.

Und wenn man weiß, wie sich verschiedene Geräusche im Wald nachts anhören… ein schreiendes Käuzchen, schreckende Rehe oder auch nur die kleine Maus, die durchs Laub raschelt… dann ist das halb so wild. Was man kennt und zuordnen kann, bereitet auch wenig Angst.

Wenn aber ganz unvermittelt und unerwartet etwas passiert, womit man nicht rechnet – dann kann einem das den Puls schon in Sekundenbruchteilen nach oben bringen.

So etwas ist mir bisher zwei Mal passiert. Beide Male aber am hellen Tag. Auf einer kleinen Tagestour nutzte ich eine schöne Ecke im Wald, kochte mir einen Kaffee und ruhte ein wenig in der Hängematte aus. Und während ich so im friedlichen Wald in den Himmel blickte und die Wolken beobachtete….. KKKRAAAAAAAKKCKK …da brachen mit lautem Krachen in den Büschen vier Frischlinge unmittelbar neben mir aus der Dickung und schossen an mir vorbei. Das war ein Moment, in dem mein Puls vermutlich das obere Ende der Skala erreicht hat. Ich habe dann noch ein paar Minuten regungslos verharrt und auf die Bache gewartet… es kam aber keine mehr. Fotos gibt es leider keine, obwohl ich mein Handy eigentlich griffbereit gehabt hätte…

Der zweite „Fall“ ist im Nachhinein betrachtet eigentlich auch eher peinlich 😉 … ich möchte ihn Euch aber trotzdem nicht vorenthalten, denn dazu habe ich noch ein Bild auf meinem Rechner gefunden, nachdem ich gestern darüber nachgedacht habe, was denn eigentlich mein gruseligstes Erlebnis war…

…ich schlendere so durch den Wald und hänge meinen Gedanken nach. Auf einmal das komische Gefühl, beobachtet zu werden. Ein langsamer Blick nach rechts vom Weg in den Wald und….

Schrumpfkopf in Baumöffnung
Schrumpfkopf in Baumöffnung vergrößert

…ein Schrumpfkopf schaut mich mit toten Augen aus einer Baumöffnung an.

Auch in diesem kurzen Augenblick schoss mir ein kalter Schauer den Rücken hinab!

PS: Das Dingen war im Übrigen aus Gummi und irgendjemand hatte vermutlich eine tierische Freude, den Schrumpfkopf an dieser schönen Stelle so zu drappieren 😉

Viel Freude im Wald!

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