Ein paar Tarp Praxistipps

Heute gibt es mal ein paar verschiedene Tipps aus der Outdoor-Praxis rund um das Thema „Tarp“ für Dich.

zwei verschiedene Tarps im Packsack im Laubwald. DD Hammocks 3x3 und Helikon-Tex Supertarp

Tipps zur Tarp-Auswahl

Mit einem Tarp bist Du unterwegs viel flexibler als mit einem Zelt. Auch vielerorts wo Zelten verboten ist, kannst Du noch gesetzliche Grauzonen nutzen und Dir mit einem Tarp einen Wetterschutz bauen.

Wenn Du Dir das erste Mal ein Tarp kaufen möchtest, dann wirst Du Dir einige Fragen stellen…

  • Aus welchem Material soll mein Tarp sein?
  • Welche Größe soll mein Tarp haben?
  • Welche Form ist ideal für mein Tarp?
  • Welche Farbe soll es haben?
  • Welche Befestigungsmöglichkeiten, Schlaufen, Ösen benötige ich am Tarp?

Die einfachste Antwort ist natürlich „Das kommt ganz darauf an, wofür Du es nutzen möchtest“ 😉 . Wenn Du „Einsteiger“ bist und eine erste Orientierung benötigst, dann empfehle ich Dir ein Tarp aus Polyester mit PU-Beschichtung. Diese haben ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und akzeptables Gewicht. Eine quadratische Form in der Größe von 3×3 Meter mit vielen Schlaufen und/oder Ösen hat sich für eine flexible Nutzbarkeit in der Praxis bei vielen Outdoor-Freunden bewährt.

Bei der Farbwahl gibt es zwei mögliche Szenarien: Entweder möglichst knallige leuchtende Signalfarben (gelb, orange), damit Du maximale Sichtbarkeit Deines Lagers (z.B. im alpinen Bereich) im Notfall hast. Oder genau das Gegenteil. Wenn Du maximale „Unsichtbarkeit“ haben möchtest, dann nimmst Du eher gedeckte dunkle Farben. Oder sogar ein Tarp mit einem geeigneten Tarnmuster. Zum Thema Tarnung habe ich Dir in -> diesem <- Beitrag schon einmal berichtet.

Zwei Modelle von unterschiedlichen Herstellern (mit 19 Abspannpunkten) kann ich Dir aus eigener Erfahrung empfehlen:

Transport des Tarps – Best Practice

Die gängigen Tarps werden in Packsäcken geliefert, die Du auch zum Transport auf Deiner Tour nutzen kannst. Meistens sind die Packsäcke so groß, dass Du auch Schnur und Heringe mit hineingeben kannst. Das macht auch Sinn, denn dann hast Du alles was Du zum Errichten Deines Wetterschutzes benötigst direkt in einem Griff zusammen.

Für mich hat es sich bewährt, den Packsack mit dem Tarp ganz unten im Rucksack zu transportieren und im Laufe meiner Tour (z.B. bei der letzten Pause am Tag) den Rucksack umzuschichten und das Tarp dann erst ganz nach oben in den Rucksack zu legen, damit es für das Nachtlager direkt greifbar ist. Wenn Du das Tarp im strömenden Regen aufbauen musst, bist Du froh, wenn Du Deinen Rucksackinhalt nicht mehr durchwühlen oder ausräumen musst. Von Vielen wird das Tarp aus diesem Grunde auch außen im Rucksack in einer Seitentasche mitgeführt. Die Plätze dort sind bei mir allerdings schon belegt.

Packsack von Helikon-Tex in Pencott Wildwood mit Paracord, Tarp und kleinem Packsack mit Heringen.

Du kannst das Tarp auch in den Packsack stopfen anstatt es zu falten. Das Volumen wird dabei etwas größer, es schont aber das Material, da es beim Stopfen nicht immer an den selben Stellen geknickt wird. Die mitgelieferten Packsäcke sind zum Stopfen m.E. aber häufig nicht groß genug und Du musst alternative Säcke nutzen.

Aufbau eines Tarps – Aber wie?

Du benötigst für die meisten Aufbauvarianten etwas Schnur (Reepschnur oder Paracord) und Heringe. Die kannst Du entweder unterwegs selber schnitzen, oder natürlich auch fertige mitnehmen. Für mich hat sich bewährt, Heringe mitzunehmen an denen ich jeweils bereits einen Meter Paracord befestigt habe. Ich nutze Groundhog Tent Stakes Zeltheringe rot 19cm von MSR *) Davon habe ich immer 4 Stück vorbereitet und einsatzbereit mit Paracord in meinem Packsack beim Tarp.

Groundhog Tent Stakes Zeltheringe rot 19cm von MSR

Mein Lieblingsaufbauvariante eines Tarps ist das „A-Frame“ über eine zuvor gespannte Firstschnur („Ridgeline“). Im Prinzip ein Spitzdach. Das dazu benötigte Paracord habe ich in meinem Packsack immer ganz oben. Denn das brauche ich zuerst. Zum Spannen der Ridgeline und des Tarps ist der Knoten Topsegelschotstek prima. Wenn Du ihn (noch) nicht kennst, dann schau mal in -> diesem <- Beitrag von mir.

Supertarp von Helikon-Tex in Pencott Wildwood

Es gibt natürlich dutzende von verschiedenen anderen möglichen Grundkonstruktionen und unendlich vieler Abwandelungen um den Aufbau den Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Ich kann Dir dazu nur einen Tipp geben: Üben, üben, üben! Je besser Du Deine Ausrüstung kennst, umso leichter fällt Dir ein passender Aufbau dann auf Deiner Tour. Wie Du mit einfachen Mitteln vorab zu Hause ein paar neue Aufbauvariante „simulieren“ kannst… dazu habe ich Dir in -> diesem <- Beitrag schon einmal berichtet.

Tipps zum Tarp-Abbau

Der Abbau geht genau umgekehrt wie der Aufbau 😉 . Falls der Boden schlammig ist, oder Du das Tarp bei ordentlich Wind wieder abbauen musst, dann empfiehlt es sich, das Tarp direkt von der Ridgeline wieder in den Packsack zu stopfen.

Wenn Du es lieber gefaltet transportieren möchtest, dann kannst Du es auch mit dem folgenden Trick falten. Du entfernst die Heringe und sonstige Befestigungen vom Tarp, so dass das Tarp locker und frei auf der Ridgeline hängt. Du nimmst die beiden äußeren Schlaufen oben an der Ridgeline in eine Hand. Mit der anderen Hand greifst Du die Mittelschlaufe oben an der Ridgeline. Du ziehst das Tarp dann von der Leine runter und ziehst Deine beiden Hände auseinander. Dein Tarp ist jetzt bereits schon zweimal ordentlich gefaltet:

So kannst Du auch ein großes 3×3 Meter-Tarp problemlos bei Wind falten.

Viel Freude draußen!

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