Schwefelporling – Chicken of the woods

In meinem heutigen Beitrag geht es um den Schwefelporling (Laetiporus sulphureus). Vielleicht hast Du über diesen Pilz bereits einmal unter dem Trivialnamen „Chicken of the woods“ also „Hühnchen des Waldes“ gehört…

Schwefelporling in der Hand - Oberseite

Endlich habe ich auch mal einen Schwefelporling gefunden…

In einigen Gegenden Deutschlands kannst Du aktuell den Schwefelporling in riesigen Mengen finden. Hier bei uns im Nadelwald-dominierten Sauerland allerdings nicht. Zumindest nicht dort, wo ich häufiger unterwegs bin.

Denn der Schwefelporling wächst an Laubbäumen, häufig an Weiden in Fluss-Auen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich vor 8 Tagen an einer Eiche dieses kleine weiche „Knübbelchen“ (linkes Bild) entdeckt habe… Fundstelle gemerkt und heute (8 Tage später, rechtes Bild) zum Ernten wiedergekommen…

Giftig? Gibt es Verwechslungspartner?

Der Schwefelporling ist einer der Pilze bei dem eine Verwechslung mit giftigen Pilzen sehr unwahrscheinlich ist. Der einzige Pilz der eine ganz leichte Ähnlichkeit aufweist, ist der Zimtfarbene Weichporling. Aber wenn Du Dir diese beiden Arten einmal im Vergleich (z.B. bei Wikipedia) anschaust, dann wirst Du sehr schnell den Unterschied insbesondere in der Farbgebung erkennen.

Zubereitung des Schwefelporling als „Chicken Nuggets“

Den Trivialnamen „Chicken of the woods“ hat der Schwefelporling daher, dass er von der Konsistenz und vom Geschmack an Hühnchenfleisch erinnert. Und er kann auch genau so zubereitet werden. Häufig als „Chicken Nuggets“. In vielen Ländern gilt er als Delikatesse.

Schwefelporling auf Schneidebrett in der Küche

Wenn Du im Internet nach verschiedenen Rezepten suchst, dann findest Du zwei Lager:

Die einen sind davon überzeugt, dass die Pilzstücke vor der Zubereitung als Nuggets noch in Wasser abgekocht werden müssen… Das andere Lager sagt: Unsinn, Abkochen ist nicht nötig, der Pilz kann direkt verarbeitet werden.

Abkochen oder nicht Abkochen?

Das hat natürlich mein Interesse für einen spontanen Selbstversuch geweckt 😉

Ich bin sehr froh, dass ich mein Exemplar an einer Eiche gefunden habe… nicht weil es von Eichen besonders gut schmeckt, sondern weil Schwefelporlinge von Eichen durch die enthaltene Gerbsäure etwas herber oder bitterer schmecken.

Also perfekt für einen Test… ich koche die Hälfte meiner Pilzstücke in Salzwasser für 15 Minuten ab. Die andere Hälfte der Pilzstücke verarbeite ich ohne Abkochen direkt. Da es das gleiche Pilzexemplar ist, sollte der Geschmacksvergleich nach der Zubereitung auch gut möglich sein.

Schwefelporlingsstücke auf zwei Tellern

Also einen Teil der Pilzstücke abgekocht, den anderen Teil nicht. Danach paniert und separat jeweils für 4 Minuten bei 180 Grad in der Fritteuse zu knusprigen Nuggets verarbeitet.

Verkostung der Chicken-Nuggets aus Schwefelporling – Mein Fazit

Die Nuggets schmecken richtig lecker! Ich habe aber einen klaren Favoriten unter den beiden Zubereitungs-Kandidaten in meinem Test gefunden! 😉

Angerichtete vegetarische Nuggets aus Schwefelporling mit Chilisauce

Um es ganz kurz zu machen: Die Nuggets, die ich aus den zuvor in Salzwasser abgekochten Stücken frittiert habe, haben eindeutig das Rennen gemacht! Sie waren sowohl geschmacklich, als auch von der Konsistenz ganz nah an Nuggets aus Hühnchenfleisch. Wirklich gut!

Die andere Hälfte der Pilzstücke, die zuvor ungekochten, waren auch gut, haben aber noch einen leicht bitteren Nachgeschmack. Zumindest für Schwefelporling, der an Eiche wächst, kann ich für mich jetzt sagen: Zuvor Abkochen macht Sinn. Die Konsistenz finde auch ganz leicht besser. Meine Frau hat mein Testergebnis durch eigene Verkostung bestätigt 😉

Nugget aus Schwefelporling in der Innenansicht. Wirklich sehr lecker!

PS: Viel Erfolg bei der Suche nach Schwefelporlingen und viel Freude draußen!

*) Was ein Sternchen im Text bedeutet:

Wenn Du in einem meiner Beiträge einen mit einem * markierten Link siehst, bedeutet dies, dass ich eine Provision erhalte, sofern über den verlinkten Anbieter ein Kauf oder eine Buchung zustande kommt. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Du hast dadurch keine Mehrkosten. Das Sternchen dient dazu, dass Du ganz leicht meine überwiegend redaktionellen Inhalte von Werbung unterscheiden kannst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert